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Die Aufregung um reine Chatbot-Funktionen ist weitgehend abgeklungen, die Produkte sind etabliert. Der nächste Entwicklungsschritt sind sogenannte Agenten: KI-Systeme, die nicht nur antworten, sondern eigenständig Aufgaben ausführen, Tools aufrufen und mehrstufige Prozesse abarbeiten. Klingt nach Science-Fiction, ist aber in den ersten produktiven Varianten längst am Markt. Was unterscheidet einen Agenten von einem Chatbot? Ein Chatbot antwortet, ein Agent handelt. Konkret: Ein Mitarbeiter schreibt in Teams Bitte plane einen Termin mit Herrn Müller in der nächsten Woche und schick ihm vorher die Agenda. Ein klassischer Chatbot würde einen Textvorschlag liefern. Ein Agent prüft Kalender, schlägt Termine vor, reserviert den Slot, erstellt die Agenda auf Basis bisheriger Korrespondenz und versendet sie. Die Praxis ist weniger glamourös als die Marketing-Videos. Agenten funktionieren heute gut bei klar abgegrenzten, wiederkehrenden Aufgaben mit stabilen Datenquellen. Sie funktionieren schlecht bei komplexen Sonderfällen, bei uneinheitlichen Datenstrukturen und wenn unterschiedliche Systeme nicht sauber integriert sind. Wir sehen aktuell sinnvolle Einsatzszenarien beim automatisierten Kategorisieren eingehender Supporttickets, bei der ersten Entwurfserstellung für Angebote auf Basis von CRM-Daten, bei Rechercheaufgaben mit klarer Ergebnisstruktur und bei der Zusammenfassung großer Dokumentenbestände. Problematisch wird es bei Aufgaben mit Außenwirkung ohne Freigabeschleife. Ein Agent, der eigenständig Bestellungen auslöst oder Kundenkommunikation versendet, braucht robuste Leitplanken. Wir empfehlen in der Einführungsphase konsequent einen Human-in-the-Loop-Ansatz, bei dem jede ausgehende Aktion von einem Menschen bestätigt wird. Für mittelständische Unternehmen lautet unsere Empfehlung: nicht aus dem Bauch heraus starten, sondern mit einem klar umrissenen Pilotprozess. Wählen Sie einen wiederkehrenden, gut dokumentierten Ablauf, messen Sie die aktuelle Bearbeitungszeit, setzen Sie den Agenten auf und vergleichen Sie nach zwei Monaten. Nur so entsteht eine belastbare Entscheidungsgrundlage, ob sich eine Ausweitung lohnt. KI-Agenten sind kein Selbstläufer, aber auch kein Hype, den man ignorieren kann. Wer heute erste Erfahrungen sammelt, ist in drei Jahren besser aufgestellt als diejenigen, die warten. Wir unterstützen bei der Auswahl sinnvoller Einsatzfelder und bei der technischen Integration in bestehende Systeme.
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