25.03.26
Die Rückkehr der On-Premise-Lösung
Cloud-Kostenexplosion, Datenhoheit, Souveränität: Warum immer mehr mittelständische Unternehmen Workloads zurück auf eigene Infrastruktur holen.
Vor fünf Jahren war die Richtung eindeutig: alles in die Cloud. Heute erleben wir zunehmend den umgekehrten Weg. Unternehmen holen Workloads zurück auf eigene Infrastruktur oder zu deutschen Rechenzentren. Das hat handfeste Gründe, und keiner davon ist Nostalgie.
Was 2021 noch als günstig galt, sieht 2026 anders aus. Egress-Kosten, Lizenzänderungen großer Hyperscaler, Preiserhöhungen bei Storage und Datenbankdiensten, das summiert sich. Wir sehen Rechnungen, die sich in vier Jahren verdoppelt haben, bei gleichem Workload. Eine dedizierte Virtualisierungsumgebung amortisiert sich in vielen Fällen in unter drei Jahren.
Die geopolitische Lage der letzten Jahre hat viele Geschäftsführer sensibilisiert. Daten, die auf Servern außerhalb des EU-Rechtsraums liegen, sind ein strategisches Risiko. Das gilt besonders für Unternehmen mit sensiblen Geschäftsgeheimnissen, Forschungsdaten oder Kundendaten aus regulierten Branchen.
On-Premise ist sinnvoll bei konstanten, planbaren Workloads ohne extreme Lastspitzen, bei hohem Anteil sensibler Daten mit Compliance-Anforderungen, bei bestehenden Fachanwendungen, die in der Cloud teuer lizenziert werden, bei langfristigen Planungshorizonten über fünf bis sieben Jahre und bei Bedarf an niedrigen, stabilen Latenzen.
Die Cloud bleibt die bessere Wahl bei stark schwankenden Workloads mit saisonalen Spitzen, bei globaler Verfügbarkeit über mehrere Kontinente, bei schneller Markterschließung ohne Vorabinvestition und bei modernen SaaS-Diensten ohne sinnvolle On-Premise-Alternative.
Die Diskussion wird gerne als Entweder-oder geführt, ist aber in der Praxis fast immer ein Sowohl-als-auch. Produktionssysteme und sensible Daten lokal, Standarddienste wie Microsoft 365 weiterhin in der Cloud, Backup-Kopien bewusst ausgelagert, das ist die Architektur, die wir bei den meisten unserer Kunden sehen und empfehlen.
Als Anbieter eigener Rechenzentrumsdienste beraten wir regelmäßig Unternehmen, die bestimmte Workloads aus der Public Cloud zurückholen möchten. Die Gespräche sind erfrischend nüchtern und datenbasiert.
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