VMware unter Broadcom 2026: Die Renewal-Welle und warum sich Durchrechnen lohnt
Die Übernahme von VMware durch Broadcom beschäftigt den Mittelstand weiterhin, und 2026 wird die Lage konkret. Perpetual-Lizenzen sind abgeschafft, das Portfolio ist verdichtet, die Preise sind für viele deutlich gestiegen. Gleichzeitig läuft Anfang 2027 eine Vertragswelle aus. Wir ordnen ein, was das für Hamburger Unternehmen bedeutet und warum sich das nüchterne Durchrechnen von Alternativen jetzt lohnt, auch ohne überstürzte Migration.
Was sich unter Broadcom geändert hat
2026 ist VMware unter Broadcom vollständig auf ein Subskriptionsmodell mit kern-basierter Preislogik umgestellt. Unbefristete (perpetual) Lizenzen sind abgeschafft. Wer VMware nutzen will, mietet, statt einmalig zu kaufen. Für viele Kunden sind die Kosten laut Berichten dabei erheblich gestiegen, die Spanne reicht in den Berichten von rund 300 Prozent bis 1500 Prozent, je nach Ausgangslage und Vertrag.
Das Portfolio wurde zudem auf wenige Bundles verdichtet, angeführt von VMware Cloud Foundation. Der Preis richtet sich pro Kern, mit einer Mindestanrechnung von 16 Kernen je CPU. Renewals sind typischerweise mit einer Dreijahresbindung versehen. Für kleinere Umgebungen kann die Mindestanrechnung bedeuten, dass man für Kapazität zahlt, die man gar nicht nutzt.
Die Renewal-Welle 2027 erzeugt Druck
Eine neue Vertragswelle läuft Anfang 2027 aus. Das klingt weit weg, ist es aber nicht: Wer die Optionen ernsthaft prüfen und gegebenenfalls einen Teil seiner Umgebung migrieren will, braucht Vorlauf. Der Entscheidungsdruck entsteht also bereits jetzt, nicht erst kurz vor Vertragsende.
Interessant ist dabei ein Befund, den wir teilen: Der Migrationstrend ist real, aber langsamer als die Schlagzeilen vermuten lassen. Die meisten Unternehmen befinden sich laut Berichten seit 12 bis 24 Monaten in der Planung, nicht in der Umsetzung. Das ist kein Widerspruch, sondern vernünftig: Eine Virtualisierungsplattform wechselt man nicht über Nacht.
Die Alternativen im Überblick
Es gibt heute mehrere ernstzunehmende Alternativen zu VMware. Welche passt, hängt stark von der bestehenden Umgebung, dem vorhandenen Know-how und den Anforderungen ab:
- Nutanix AHV: Hypervisor als Teil einer hyperkonvergenten Plattform.
- Microsoft Hyper-V / Azure Stack HCI: naheliegend für Umgebungen, die ohnehin stark auf Microsoft setzen.
- Proxmox 8.x / 9.x: offene Lösung, die zunehmend auch im Unternehmensumfeld auftaucht.
- Red Hat OpenShift Virtualization: interessant, wo Container und virtuelle Maschinen zusammenlaufen.
In der Praxis verbreiten sich zudem Dual-Hypervisor-Strategien: Ein Teil der Workloads bleibt auf VMware, ein anderer wandert auf eine Alternative. Das reduziert Risiko und Abhängigkeit zugleich.
Warum Durchrechnen die Verhandlungsposition stärkt
Ein pragmatischer Punkt, der oft unterschätzt wird: Schon das Durchrechnen einer Teilmigration verbessert die Verhandlungsposition gegenüber dem Anbieter. Laut Berichten sind dadurch Einsparungen in der Größenordnung von 15 bis 30 Prozent möglich, teils ohne dass tatsächlich migriert wird. Wer glaubhaft eine Alternative in der Hand hat, verhandelt schlicht besser.
Das setzt allerdings voraus, dass die Rechnung fundiert ist und nicht auf Bauchgefühl beruht. Genau hier setzen wir an: Wir helfen, die realen Kosten der Alternativen zu ermitteln und dem VMware-Angebot gegenüberzustellen.
Unsere Einordnung für Hamburger KMU
Unser Rat ist unaufgeregt: Nicht in Panik migrieren, aber vor dem Renewal die Alternativen durchrechnen. Für viele mittelständische Umgebungen sind Hyper-V oder Proxmox sinnvolle Optionen, für andere bleibt VMware trotz Preissteigerung die richtige Wahl. Das lässt sich nur im Einzelfall seriös beurteilen.
Wir begleiten diesen Prozess neutral: von der VMware-Beratung über die Hyper-V-Beratung bis zur Frage, was in unser eigenes Rechenzentrum in Hamburg oder in eine Private Cloud passt. Im Rahmen unserer Managed IT Services übernehmen wir Planung und Betrieb auf Wunsch komplett. Wichtig ist vor allem: rechtzeitig anfangen, bevor die Renewal-Welle 2027 den Handlungsspielraum verkleinert.
Das Wichtigste in Kürze
VMware ist 2026 unter Broadcom vollständig auf kern-basierte Subskription umgestellt, Perpetual-Lizenzen sind Geschichte und die Kosten laut Berichten teils massiv gestiegen. Anfang 2027 läuft eine Vertragswelle aus, der Entscheidungsdruck entsteht jetzt. Alternativen wie Hyper-V, Proxmox, Nutanix und OpenShift sind reif, Dual-Hypervisor-Strategien verbreitet. Unser Rat: nicht überstürzt migrieren, aber vor dem Renewal die Optionen durchrechnen, das stärkt schon die Verhandlungsposition.